F r Kant spielt die Religion im Hinblick auf die moralische Lebensf hrung weder in geltungstheoretischer noch in motivationstheoretischer Hinsicht eine wesentliche Rolle. Deshalb ist er auch vom tendenziellen Ende der historischen Religionen berzeugt. Mit schonungsloser Kritik wendet sich Kant gegen den dogmatischen Bestand der Offenbarungsreligionen und gegen religi se Praktiken, die er als "Afterdienst" bzw. als "Wahnglauben" brandmarkt. Aber schon die Zeitgenossen haben mit einiger Irritation zur Kenntnis genommen, dass Kant auf der anderen Seite den historischen Religionen f r die Gegenwart noch die n tzliche Funktion eines 'Vehikels' f r die Etablierung eines moralischen "Religionsglaubens" zuspricht. Bernd D rflinger hat sich in seinen richtungsweisenden Studien die Aufgabe gestellt, im Rahmen sorgf ltiger Analysen die Komplexit t von Kants religionsphilosophischen berlegungen herauszuarbeiten, zugleich aber zu zeigen, was diese im Kontext einer ver nderten historischen Situation bedeuten, ohne theologischen Versuchen der Vereinnahmung anheim zu fallen.