Julian ist der erste und einzige r mische Kaiser (Regierungszeit 361-363), der sich nach der Konstantinischen Wende vom Christentum abwandte und reichsweit zur alten griechisch-r mischen Religion zur ckkehren wollte. Sein G ttermutter-Hymnos, verfasst zum Kybele-Attis-Fest im M rz 362, ist eine philosophische Allegorese des Mythos und Kults der G ttermutter und ihres Lieblings auf Grundlage des Neuplatonismus des Iamblichos. Das vorliegende Buch bettet den Text in den religionspolitisch-historischen Kontext von Julians erster Regierungszeit ein, in der er die Kulte der traditionellen griechisch-r mische Religion restituierte, Tempel wieder ffnete und Opfer wieder zulie . Durch eine umfassende philologische, literarturwissenschaftliche, philosophische, religions- und althistorische Kommentierung des Textes wird gezeigt, dass er ein paganes Konkurrenzangebot zur christlichen Passions- und Ostergeschichte machen und Attis und die G ttermutter Kybele als paganes Gegenmodell zu Christus und zur Gottesmutter Maria entwerfen wollte. Dieses sollte implizit eine in sich widerspruchsfreie philosophische Antwort auf zeitgen ssische innerchristliche Debatten geben, die Julian sp ter u. a. in Gegen die Galil er explizit kritisierte.